Trialog des Grauens

Der große Bruder des wilden Fegers (2) sowie die gesamte Pinguingruppe des Kindergartens haben seit einiger Zeit ein Lieblingswort.

Da der wilde Feger nicht taub ist, und sowieso nie etwas an ihm vorbei geht, was an ihm dringend vorbei gehen sollte, hat also auch er seit gestern eine neue hochinteressante Vokabel in seinen aktiven Wortschatz integriert einbetoniert.
/augenverdreh/

Und dieses schöne Wort muss seitdem natürlich auch angewendet werden.

Gern werden dafür Zwiegespräche mit der Mama im stillen Kämmerlein nicht genutzt, sondern das gesammelte Wissen in Gegenwart von Frau Müller- Schulze- Hohenstetter präsentiert:

Alleinverziehend: „Ah, Frau Müller- Schulze- Hohenstetter, wie geht’s?“

Frau MSH: „Gut! Danke und selber?“

Der wilde Feger (mit quietschiger Micky- Maus-Stimme): „Geil!“

Während Frau Alleinverziehend noch damit beschäftigt war, sich selber wieder zu fangen, wurde parallel der halbherzige Versuch gestartet, die Gesichtszüge von Frau MSH wieder in halbwegs normale Geleise zu bringen:

Schockmama Alleinverziehend (süßlich lispelnd): „Ah, kleine Maus: Drei heißt das! Drei!“

Ok. War ein Versuch. Vielleicht etwas schwach. Aber was soll man denn in DER Situation sagen?!

Trotz des darauf folgenden sehr schnellen Abgangs, haben sich Frau MSH und der Rest der Nachbarschaft sehr sicher noch sehr lange diverse Gedanken gemacht, denn der wilde Feger trötete auch im Gehen noch ungefähr 50 Mal sein Wort der Woche herum.
Gern auch im Stakkatotempo und mit einer Lautstärke, die auf einem Fußballplatz angemessen wäre:

„Geil Mama! Deil! Deil!
„Deilgeildeilgeil!“
„GAHEIL!“

Ich glaub, ich träum heut noch davon.
/beim daran Denken immer noch rot werd/

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Vom Fallen und Fliegen

Wo habe ich nur den Mut hergenommen?
Was gab und gibt mir nur diese unglaubliche, unbekannte Sicherheit?

Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich nicht mit Netz und doppeltem Boden unterwegs. Aus Gründen, die ich nicht verstehe, habe ich plötzlich nicht mehr das Ziel, mehr geliebt zu werden, als zu lieben.
Ich spüre, dass es hier vor allem um mich geht! Ich verändere mich! Es hat irgendetwas mit mir zu tun. Ich liebe! Und gehe zum ersten Mal bewusst das Risiko ein, eventuell mehr zu lieben. Ich formuliere Sätze, die mich vor ein paar Jahren schon beim Gedanken daran hätten erstarren lassen.

Ich tanze so nah auf Kante. Mit offenen Augen in den Abgrund blickend. Bin ganz oben, mitten auf dem Hochseil. Ich habe Angst und ziehe mich trotzdem nicht zurück!
Liegt es daran, dass ich jetzt weiß, wie ich fallen kann, wenn ich denn fallen sollte?
Liegt es daran, dass dieses Gefühl sich rückhaltlos, vertrauensvoll hinzugeben so un-glaub-lich schön ist?
Liegt es am Wetter? Der Jahreszeit?
:- )

Wie habe ich früher alles daran gesetzt, dem Anderen nur nicht den vollen Umfang meiner Liebe, meiner Traurigkeit, meiner Hoffnungen, meiner Wünsche, meiner Enttäuschungen zu offenbaren. Nur um nicht verletzbar zu sein. Niemals angreifbar zu werden. Keine Achillesferse zu offenbaren, die zum Problem werden könnte.
Kann es denn sein, dass gerade die gut versteckte Achillesferse den Absturz verursacht?
Es geht ja nicht um einen Kampf. Es geht um Liebe.

Warum erkenne ich jetzt (!) erst, dass ich Liebe immer mit Kämpfen, mit Tarnen und Täuschen verwechselt habe?
Warum darf ich mich jetzt erst so schwach, so ausgeliefert, so weich, so gut, so leicht, so nah bei mir und beim anderen fühlen und erkennen, dass es darum geht. Nur darum geht! Um dieses unbedingte Ja zum anderen. Und um dieses unbedingte Ja zu mir. Denn solange ich in einer guten Beziehung zu mir bleibe, bleibe ich auch in einer guten Beziehung zu(m) anderen. Das gibt Sicherheit. Und ist ja auch das Einzige, was ich einigermaßen beeinflussen kann.

Zu spüren, nicht nur zu wissen, dass es das Wesentliche ist zu lieben! Dass es nichts Schöneres gibt! Ich danke, danke so sehr dafür, dass ich dieses Gefühl, diese Zeit erleben darf!

Und ja, ich habe es schon mal irgendwo gelesen. Und vom Kopf her verstanden. Aber jetzt fühle ich es auch: das Gegenteil von Hass ist nicht Liebe.

Das Gegenteil von Angst ist Liebe.

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Summer in the City

Die Planung für den Sommerurlaub von Frau Alleinverziehend geht in die heiße Phase.

Eine Woche New York, Berlin, Potsdam!
Oder so ähnlich :- )
Die Flüge sind gebucht. Und wesentliche Accessoires wurden auch bereits beschafft:

Jetzt braucht es nur noch ein Hotel, ein paar neue Schuhe (flach, keine Flip Flops, schick) und ein Handy.
/seufz/

Deshalb geht’s morgen mal wieder in die große Stadt. Hoffentlich lassen mich die Jungs im Handyladen noch mal rein.

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Entrümpeln: Tag 2

Gestern war das Arbeitszimmer dran.
Ich habe aufgeräumt! Tatsächlich auf- ge- räumt!

War allerdings ein langer Weg dahin. Zur Einstimmung musste beispielsweise erst mal der Gang zum Friseur absolviert werden.
Das hat ja auch was mit Ordnen und Sortieren zu tun. So im weitesten Sinne. Außerdem ist der Friseur sehr schön und hat einen exzellenten Musikgeschmack.
/alberngackerundkicher/

Und dann rief auch noch die große Stadt nach mir. Tja. Was soll ich sagen.
Willenlos bin ich an den klebrigen Fangarmen der Spezies Espritea muscipula, Tomtailoria nobilis und Hennesundmauritzphyllum vulgaris hängen geblieben.

Und der Besuch bei den 2 Jungs im Handyladen hat auch noch mal echt lange gedauert. Leider war ich mir auch nach einer dreiviertel Stunde Kaufberatung immer noch nicht sicher, ob die Sache mit dem I- Phone und mir wirklich eine Zukunft hat. Die Jungs haben aber äußerst souverän reagiert. Und ganz ehrlich: wenn ich schon über 300 Steine für ein (!) Telefon liegen lasse, dann muss ich schon überzeugt davon sein.

Nun aber zum eigentlichen Thema, welches wahrscheinlich alle hier brennend interessiert.
/augenroll/

Zugegebenermaßen habe ich noch nicht wirklich viel geschafft.
Aber ich weiß jetzt immerhin, woran es lag! Und kann damit alle anderen Dilettanten des Aufräumens vor zwei gravierenden Fehlern eindringlich warnen:

Gravierender Fehler 1:
Zettel verteilen nach der Stapelmethode.
Auch wenn das System dahinter noch so ausgeklügelt ist: dieses Vorgehen ist zum Scheitern verurteilt! Da braucht es noch nicht einmal die Unterstützung durch den wilden Feger.
Man hat zwar gefühltermaßen etwas aufgeräumt und sieht auch vielleicht schon wieder das Parkett an einigen Stellen durchschimmern, aber der Kruscht ist halt noch nicht weg!
Also, liebe Freunde der Ordnung: alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist: lochen und wegheften! Und immer daran denken: euer bester Freund ist der Papierkorb!

Gravierender Fehler 2:
Extrem hinderlich für den Aufräumprozess ist es auch, mit den Privatsachen zu beginnen. Fotos, ausgeschnittene und nie verwendete Brigitte-Rezepte, Anleitungen für Hochsteckfrisuren, Schminktipps sowie Briefe, insbesondere vergilbte Liebesbriefe, zögern den Aufräumprozess unnötig hinaus.

So, genug der grauen Theorie. Morgen geht’s in die nächste Runde.

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Von Felsblöcken und Eulen

Wenn der Tisch täglich dreimal abgewischt wird und abends trotzdem wieder klebt—

Wenn man sich auf einen Stuhl setzen will, aber dort bereits zwei in einer Zahnpasta-Wasser- Mischung dümpelnde Zahnbürsten Platz genommen haben—

Und wenn man durch die geputzten Fenster freudig begrüßt wird und die saubere Scheibe danach wieder mit mindestens 10 Fingerabdrücken bestempelt ist—

Dann könnte man sich freuen,

dass man überhaupt einen Tisch hat.
Und einen Lappen.
Dass sich Zahnarztbesuche mit den Kindern definitiv nicht in die Länge ziehen werden.
Und dass die Scheibe immerhin 2 Minuten sauber war.

Das könnte man tun, wenn man auf einer gewissen geistig- emotionalen Ebene schon sehr weit entwickelt ist.
Was ich aber nicht bin.

Man kann auch schreien, toben und Sachen herumwerfen.
Ist auch nicht so meins.

Oder man schreibt den ganzen Frust in seinen Blog.
Was hiermit erledigt wäre.

Jetzt mach ich erst mal ein Becks auf.

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Kleines Angeberposting

Ich bin ja jetzt nicht so die Gärtnerin.
Im Gegensatz zu meinem Sohn. Der will ja sogar mal Gärtner werden.

Er liebt alles, was grün ist und sich nicht eigenmächtig fortbewegt. Er weiß genau, wie die Pflanzen bei uns im Garten, im Nachbargarten, bei Oma und Opa im Garten und die auf dem Friedhof heißen.

Folgende Begebenheit spielte sich vor nicht allzu langer Zeit an genau diesem Ort ab:

Schlauli und sein Kindergartenkumpel rennen auf ein Grab zu. Die Sonne scheint, nebenan gießt ein älterer Herr in heftig gemusterten Hosen die Blumen. Argwöhnisch beäugt er die herannahenden Blagen, die wahrscheinlich gleich enthemmt auf den Gräbern herumspringen werden.

Die Rotzlöffel bleiben andächtig stehen.

Schlauli (sehr sachverständig): „Kuck mal da, Osterglocken!“
Schlaulikumpel: „Ja und da Stiefmütterchen! Die sind aber schön. Gelb und Blau.“
Schlauli (lässt den Oberlehrer assoluto raushängen): „Aber nein, das sind doch Hornveilchen.“

Damit hatte ich auch mal wieder was gelernt.
Und dem Opa nebenan wäre fast die Gießkanne runtergefallen.

Vielleicht ist die Jugend von Heute doch nicht so schlimm.

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Wieder da

Heute bin ich wieder bei mir (und meinem Blog) angekommen.
Nach einer Zeit, in der ich sprichwörtlich neben mir stand.

Zur Feier des Tages gibt’s deshalb auch gleich erst mal ein Lied:

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